Muschelberater der ersten Stunde: Erfahrungsaustausch 2015

Sich gemeinsam für den Schutz der Gewässer vor Ort einsetzen und heimische Großmuschelbestände bewahren – das ist das Ziel der ehrenamtlichen Muschelberater in Bayern. Seit letztem Jahr bietet die Koordinationsstelle für Muschelschutz des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU)  in Kooperation mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege  (ANL) die „Ausbildung zum ehrenamtlichen Muschelberater an“. Die Muschelberater der ersten Stunde trafen sich nun Ende April am Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie in Freising zu einem Erfahrungsaustausch. Ziel war es, bisherige Erfahrungen der Muschelberater im Bereich der Gefährdungsfaktoren für Muschelbestände, Öffentlichkeitsarbeit und Einbindung in die Strukturen vor Ort zusammenzutragen und daraus Verbesserungsmöglichkeiten abzuleiten. Die meisten Teilnehmer berichteten von einer durchaus positiven Wahrnehmung des Muschelschutzes in ihrer Region. Im Rahmen von Gesprächen mit Anliegern vor Ort, Führungen und Ferienprogramm konnten sie über die Bedeutung von vom Aussterben bedrohten Muschelbeständen aufmerksam machen. Auch bei akuten Gefährdungssituationen, wie zum Beispiel das Austrocknen von Gewässerbereichen durch die unberechtigte Entnahme von Wasser während einer sommerlichen Trockenperiode konnte der Muschelbestand  über die Kontrolle des Muschelberaters und die zuständigen Behörden gerettet werden. Verbesserungsbedarf wurde von vielen Teilnehmern noch hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung und der Einbindung in den Kommunen oder bei Vereinen bei relevanten Maßnahmen wie Gewässerunterhaltung oder Pflegemaßnahmen gesehen. Die Teilnehmer sammelten eine Reihe von wertvollen Vorschlägen, wie dies künftig besser gelingen kann. Darüber hinaus wurden interessanten Ideen gesammelt, um insgesamt den Muschelschutz noch stärker in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Der Erfahrungsaustausch der Muschelberater soll künftig jedes Jahr fortgesetzt werden.


Ausbildung ehrenamtliche Muschelberater in Nordbayern 2015

Die Ausbildung von ehrenamtlichen Muschelberatern geht nun schon in die zweite Runde: Ende April nahmen 20 interessierte Personen aus ganz Bayern an der Veranstaltung teil, die in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) dieses Jahr im Ahorntal in Oberfranken ausgerichtet wurde. Im Rahmen des Theorieprogramms wurden Grundlagen zur Biologie heimischer Großmuscheln, aktuelle Gefährdungsfaktoren und Schutzmaßnahmen sowie Methoden der Artbestimmung vermittelt. Rechtliche Grundlagen zum Artenschutz und zum Fischerecht wurden anhand von anschaulichen Fallbeispielen durch die Teilnehmer erarbeitet und mit Mitarbeitern der Höheren Naturschutzbehörde und der Fischereifachberatung diskutiert und bewertet. Die Basis für konstruktive Gespräche und sichere Verhandlungen ist eine gute Kommunikation – der richtige Umgang mit verschiedenen Akteuren, mit denen man als Muschelberater potentiell zu tun hat, wurde am zweiten Tag in einem interaktiven Kommunikationskurs eingeübt. Das angeeignete theoretische Wissen zum Muschelschutz konnte während einer Exkursion an den Ailsbach, einem Bachmuschelgewässer in Oberfranken, direkt angewandt und eingeübt werden. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Besichtigung der Anstalt für Fischerei in Aufseß.


Erste Muschelberater Bayerns - Ausbildungskurs 2014

Erstmalig wurde im April 2014 an der Koordinationsstelle für Muschelschutz, TU München, in Freising der Kurs „Ausbildung zum ehrenamtlichen Muschelbetreuer“ angeboten.  Die in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) durchgeführte Veranstaltung fand reges Interesse und war bis auf den letzten Platz ausgebucht: insgesamt 25 Teilnehmer aus ganz Südbayern absolvierten den dreitägigen Kurs, in dem Grundlagen zur Biologie heimischer Großmuscheln, aktuelle Gefährdungsfaktoren und Schutzmaßnahmen sowie Methoden der Artbestimmung vermittelt wurden.

Den Abschluss bildete eine Exkursion an ein bayernweit bedeutendes Bachmuschelgewässer im Landkreis Bad Tölz, den Mooshamer Weiherbach. Hier konnten die Teilnehmer das erlernte theoretische Wissen direkt vor Ort testen und neben einer Gefährdungsanalyse außerdem die Bestimmung von Teichmuscheln und Bachmuscheln einüben.

 

Die Teilnehmer des Muschelbetreuerkurses 2014

Ziel im Bachmuschelschutz ist es, ein engmaschiges Betreuersystem aufzubauen, das  das die regelmäßige Überwachung von prioritären Muschelgewässern gewährleistet. In Anlehnung an bereits bestehende Betreuersysteme (z.B. Fledermausbetreuer) die ehrenamtlich tätigen Betreuer eingesetzt werden, um für eine oder mehrere Muschelpopulationen Verantwortung und vertreten die Belange des Muschelschutzes in der Region vertreten. Dabei arbeiten Muschelbetreuer in enger Abstimmung mit den jeweiligen Landratsämtern bzw. Muschelgebietsbetreuern/-innen. Die Veranstaltungen werden an regionalen Schwerpunkten ausgerichtet (Nord-, Südbayern), sind jedoch für alle Interessenten offen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Koordinationsstelle für Muschelschutz,
Tel.: 08161 / 71 34 78, muschel[at]tum.de